Wortsalat
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Nicht öffnen

Schon als kleines Kind wurde sie von allen gewarnt: "Öffne nicht diese Tür. Niemals, unter keinen Umständen!" Auf ihr kindlich-neugieriges "Warum?" erhielt sie entweder keine Antwort, oder es wurde gemunkelt: "Dann wirst du deines Lebens nicht mehr froh."

Diese Auskunft klang bedrohlich genug, um ihrer Neugier entgegenzuwirken. Seltsam nur, dass sie die Tür erst wahrgenommen hatte, als die ersten Warnungen auf sie niederprasselten. Die Tür war wohl schon immer dagewesen, aber sie schien nicht wichtig genug, ihr Beachtung zu schenken. Jeden Tag war sie daran vorbeigelaufen, doch nun hielt sie jedesmal inne und wunderte sich, welches Geheimnis dahinter lauern mochte.

Die Jahre vergingen, sie wuchs heran. Der Alltag forderte seinen Tribut, die Tür verlor an Bedeutung. Immer noch ging sie täglich an ihr vorbei. Die Tür blieb verschlossen.

Eines Tages blieb sie erneut vor der Tür stehen. Der Preis, den sie ihrer Normalität zu entrichten hatte, war zu hoch geworden. Hinter der Tür musste etwas sein, sie zu befreien. So oder so.

Zögerlich umfasste sie den Türgriff. Er fühlte sich nicht außergewöhnlich an. Sie drückte den Griff nach unten. Kein Widerstand. Sie zog die Tür zu sich heran. Kein Schwall eiskalter Luft begrüßte sie, kein modriger Geruch betäubte ihre Sinne.

Sie fand den Lichtschalter. Eine nackte Birne. Eine leere Abstellkammer.

Nicht öffnen
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