Wortsalat
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Don Wimble

Das Geräusch der kleinen, gelben Filzkugel hypnotisiert ihn. Plopp - Flapp - Plopp - Flapp... Immer und immer wieder.

Seine Augen folgen dem Ball, hin und her, über das Netz, bis einer der Spieler einen Fehler macht, den Ball nicht trifft, ins Netz hämmert, ins Aus. Die Essenz des Tennis.

Er hat sich vorgenommen, an diesem besonderen Tag ein Fanal zu setzen. Das große Finale vor den Augen der Welt. Bis es soweit ist, knabbert er Erdbeeren.

Das lange Jagdmesser aus Spezialkunststoff, von Metalldetektoren unortbar, ist an der Innenseite des linken Oberschenkels befestigt, perfekt getarnt von der weiten Bermuda. Die Sicherheitskräfte hatten ihn anstandslos auf den Centre Court gelassen. Starke Nerven und ein Durchschnittsgesicht: Beste Voraussetzungen, unbemerkt zu bleiben, mit der Masse zu verschmelzen.

Sein Platz in der ersten Reihe, für den er wochenlang vor dem Kassenhäuschen kampiert hatte, garantiert schnelles, präzises Zuschlagen.

Plopp - Flapp - Plopplopplop. 30:0. Das Spiel nimmt seinen Lauf. 40:0. 40:15. 40:30. Er wird handeln, sobald dieses Spiel beendet ist, die Spieler sich setzen, unmittelbar vor ihm.

Einstand. Die Spieler kämpfen hart um jeden Punkt. Sie wollen ihn ärgern, ganz sicher, ihn auf die Folter spannen. Ihm ist es völlig gleichgültig, wer den Punkt macht. Hauptsache, es passiert bald.

Seine rechte Hand tastet nach dem Messer, lockert es. Vorteil. Für wen? Egal. Die Schale mit den Erdbeeren ist vergessen.

Aufschlag. Aus. Diskussionen. Der Linienrichter zeigt auf den Abdruck. Aus. Zweiter Aufschlag. Netz. Wiederholung. Er umfasst den Griff des Messers. Niemand beachtet ihn. Alle betrachten gespannt das Match.

Doppelfehler. Das Spiel ist vorbei. Die Spieler begeben sich zu ihren Plätzen, setzen sich. Er steht auf, zieht noch in der Bewegung das Messer aus seiner Halterung, springt über die Werbebande, stürmt auf die Nummer Eins der Weltrangliste zu.

Die Sicherheitskräfte reagieren. Mit gezückten Pistolen rufen sie ihm zu, stehenzubleiben. Zu spät, er ist zu schnell, sein Angriff zu überraschend.

Er hat sein Ziel erreicht. Der Spieler blickt ihn flehentlich an. Keine Gnade jetzt, kein Innehalten. Mit einem präzisen Schnitt zerschneidet er die Bespannung des Schlägers.

Als der Schuss fällt, hält er den zerstörten Schläger immer noch selig lächelnd in die Höhe. Spiel, Satz und Sieg für Don Wimble, Rächer der Genervten.

Don Wimble
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