Wortsalat
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Begierde

Seine Zunge erforschte ihre Mundhöhle, hakte sich am Piercing fest, umkreiste es, wanderte weiter, ertastete die Lücke im linken Oberkiefer, die ein gezogener Zahn hinterlassen hatte, erspürte eine Unregelmässigkeit am Schneidezahn Mitte rechts. Zungen können das, weil sie sehr sensibel sind und selbst Unsichtbares spüren.

Sie rührte sich nicht, starrte blicklos über seine Schulter. Keine Willkommensgeste ihrer Zunge, kein Zucken der Lippen. Das war ihm recht. Er mochte sie passiv, während er aktiv alles unter Kontrolle hatte.

Seine Zunge fand ihren Weg längs Kinn- und Halslinie, herunter zur linken Brust, zur rechten Brust. Abwechselnd liebkoste er die Brustwarzen und Vorhöfe, saugte und nuckelte, fühlte sich wohl wie ein kleines Kind an den Zitzen der Mutter, während seine Erregung wuchs, ganz unkindlich. Immer noch lag sie still, ließ es geschehen. Gut.

Seine Zunge kartierte ihren Körper weiter, die Augen hielt er geschlossen. Fühlen offenbarte so viel mehr als Sehen.

Der Bauchnabel, ein kleiner Zwischenhalt auf der Reise zum Ziel, zum Wald, der das Bermuda-Dreieck barg.

Seine Zunge versank, sein Geist folgte ihr. Er hatte Erfahrung, paarte Instinkt mit Technik, wusste, wohin er wollte, wohin er musste. Immer noch delektierte er sich an ihrer Passivität. Er war sich seiner Fähigkeiten sicher, so sicher, dass er keine Bestätigung brauchte, kein vorgespieltes Stöhnen, keine Anfeuerung.

Sein Glied pulsierte, folgte einem eigenen Willen, zog ihn mit sich, hinab in die Tiefen der Lust. Ein letzter Rest seines Willens zögerte die Explosion hinaus, hielt sie zurück, bis der Drang übermächtig wurde. Er gab die Kontrolle ab und ließ die Zügel los.

Erschöpft, entspannt, losgelöst betrachtete er ihren Körper, während er eine Zigarette rauchte. Ein weiterer, befriedigender Arbeitstag in der Pathologie.

Begierde
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